Spiegel oder Spiegellos Teil 1

Unter der Überschrift „Welches Spiegeln darf es sein?“, referierte am 15.12. die Mittelbayerische Zeitung aus Regensburg über das Thema. Sie versuchten die Vorteile beider Systeme gegeneinander abzuwägen. Die tiefe des Themas erkannten Sie nicht, denn wichtige Aspekte blieben unbeachtet oder wurden falsch dargestellt. (Richtigstellungen in einer  der folgenden Blogs)

Heute möchte ich nur eine + / – Liste veröffentlichen, als erste Orientierung. In den folgenden Blogartikeln, werden dann die Aspekte tiefgründig behandelt, bis zum Thema wie das Auflagemaß die Qualität beeinflussen kann, und warum eine Spiegellose Kamera mit Objektiv plötzlich genauso schwer wird, wie eine mit Spiegel….

größte Vorteile beider Systeme.

DSLR:

in der Regel längere Akkulaufzeit, da die Bildgestaltung im optischen Sucher erfolgt und Strom erst bei Autofokus gebraucht wird.

Bei Nikon ( je nach Modell) die größte Objektiv Auswahl, da auch Optiken aus der Zeit ohne Af noch verwendet werden können. – Siehe dazu den kommenden Blog der über moderne und alte Objektive berichtet.

Leica M-System ist zwar keine Spiegel, aber eine Sucherkamera auf die das auch zutrifft.

Spiegellose

kleineres leichteres Gehäuse, aber im Vergleich immer auf die Sensorgröße achten! Das beliebte MFT System von Panasonic und Olympus hat z.B. einen Sensor der nur Halb so gross wie die Vollformat Sensoren und nur 2/3 des beleibten APS-C Sensors von Sony, Canon, Fuji, Nikon,…, ist.

Der Wegfall des Spiegels bedeutet vor allem, dass ein schwingendes Bauteil wegfällt. Das machte die Leica früher bei vielen so beliebt, denn ohne die Spiegelerschütterung beim auslösen waren längere Belichtungszeiten aus der Hand möglich. Heute wird das technisch kompensiert.

Aber rein theoretisch habe ich auch ein Verschleißteil, dass kaputt gehen kann. Wobei die Qualität so hoch ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Elektronik einen defekt hat höher ist.

AGFA

Wer kennt nicht AGFA ? Wer kennt es noch? Es war einer der führende Marke in Deutschland.

In meinem kleinen Fotomuseum zeige ich die markanten Bausteine des AGFA Imperiums, die ich teilweise selbst nutzen durfte……

Da ist zunächst ein Mal der Film von AGFA. Berühmt war der DIA Positiv Film CT18. Mein Vater liebe ihn. Ich hasste diesen 50 ASA Film, der nur schöne Farben, aber keinen Charakter hatte. Als Homage an die Zeit der AGFA 35mm Filme habe ich noch eine Original Farbnegativpatrone……

Im Vordergrund sieht man eine AGFAmatic 18x24mm Kamera. Der Stolz meines Vaters. Sie schaffte 72 Aufnahmen aus einem 36er Film. Das sogenannte Halbformat…… Mit dieser Kamera entdeckte ich als 10 Jährigem auf einer Klassenfahrt meine Leidenschaft für Fotografie…..Von nun an beschäftigte mich das Thema in allen seinen Facetten und schnell wurde klar, dass mir ein solcher Vollautoamt zu wenig ist…… Es ist übrigens die Origirnalkamera meines Vaters, die nie in andere Hände geriet……

Während ich mich mit dem Thema Fotografie auseinander setzte, kamen zwei neue Filmformate auf den Markt. Der 124er Film, mit 12 oder 20 ( später 24 ) Aufnahmen, wie ihn die AGFAmatic nutze und der Pocketfilm.

Ich erwarb mit 1974 mit 14 Jahren das AGFA Flaggschiff, eine Electronic S für ca 400 DM. Blendenvorwahl, Zeit automatic, Schnittbildentfernungsmesser und 45mm Brennweite anstelle 35mm wie üblich. (Das Vitrinenmodell, war mehr als 20 Jahre in anderen Händen, bevor ich meinen Body zurück kaufen konnte…..

Mit der e-Photo 307 läutete AGFA das digitale Zeitalter ein. Die Kamera hatte 480*360 Pixel Auflösung, bei einer Kapazität von 36 Bildern. Es war die erste Consumer Digitalkamera der Welt. Ich erwarb sie 9 Monate nach Markteinführung für 30% des Anfangspreises……..

Ein Signal, dass Wertbeständigkeit der Vergangenheit angehört….

Damit gehöre ich zu den Pionieren der Digitalfotografie, die ich zunächst parallel zur Analog Fotografie betrieb. Und wenn es auch die einzige Kamera meines Lebens ist, mit der ich weniger als 1000 Bilder machte, so bin ich heute glücklich darüber, diese Erfahrung und Entwicklung mitgemacht zu haben. Denn wer hat schon die Chance aktiv an einer Pionierleistung teilzunehmen?

 

Aus der Rairtäten Kiste: Nikkor Ai 3.5 / 28-50mm

Das Nikkor 28-50 gehört zu den seltenen Linsen. Es war NEU sehr teuer, so dass es sich nur wenige engagierte Fotografen gönnten. In etwa so groß wie ein 85mm/2,0 bot es optisch Leistung auf Festbrennweiten Niveau bei einer durchgehenden Lichtstärke von 3,5. Bei 50mm erschließt sich so etwas wie Macro. Die Baulänge bleibt bei allen Brennweiten gleich, da nur der Zooring über den Tubus gezogen wird. Das macht es in der Bedienung äusserst Handlich.

IAn der D750 liefert es hervorragende Ergebnisse…..

Warum dieser Blog?

Meine Leidenschaft für die Photografie habe ich mit der Kamera meines Vaters vor nahezu 50 Jahren entdeckt. Schnell musste was eigenes her. Die Ansprüche stiegen. Die Welt der Fotografie wandelte sich. Nicht nur von Analog zu Digital

Als Dozent an der VHS, helfe ich immer wieder Menschen, das für Sie richtige Kamerasystem aus dem Überangebot zu finden. Auf Wunsch begleite ich Sie auch in den örtlichen Fachhandel.

Hilfen zur Kaufentscheidung, praktische Tipps für den Umgang, aber auch ein paar Überlegungen, zu Themen wie Reisen mit der Kamera, Bildformate, Objektivzusammenstellungen sollen den log bereichern.

(Im Bild mein kleines AGFA Museum. Im Vordergrund die Kamera meines Vaters. Im Hintergrund meine erste Digitalkamera. Es war eine der ersten überhaupt, die für Konsumenten und Fotografen gebaut wurde.)